Die Geschichte der Stülckenwerft

Seit dem Jahre 1840 betrieb der zuvor als Schiffszimmermann tätige Johann Hinrich Friedrich Stülcken eine eigene Werft. Einige Jahre später pachtete sein Sohn Heinrich Christopher Stülcken ein Nachbargrundstück und begann dort ebenfalls mit einer kleinen Werft. 1848 konnte er den Besitz erwerben und machte sich damit selbständig. Er wurde damit zum Namensgeber der späteren Traditionswerft H.C. Stülcken.

Nach anfänglichen Reparaturaufträgen erhielt H.C. Stülcken 1853 den ersten Neubauauftrag. Die Bark „Hermann" lief 1854 als erstes Schiff vom Stapel und war damit
die Nr. 1 in der kontinuierlich fortgeführten Schiffsliste der Werft.

Zwei Beispiele aus der langen Reihe der Bauten der Stülckenwerft:
1858 lief mit der „Pudel" der erste Segler der legendären P-Liner für die Reederei Laeisz vom Stapel. Gleichzeitig entstand auf der Werft das erste hölzerne Schwimmdock in Hamburg, das noch bis 1911 in Betrieb war.

Die wechselvolle Geschichte der Werft durch die Zeit ihres Bestehens von 126 Jahren hindurch zu verfolgen bedeutet, eine weite Spanne in der technischen Entwicklung des Schiffbaues und dabei auch das Auf und Ab in wirtschaftlicher Hinsicht nachzuvollziehen.
Die menschlichen Schicksale vieler Generationen der Familie Stülcken sind eng damit verbunden.

1966 fusionierte die Werft H.C. Stülcken mit Blohm & Voss. Heute befindet sich auf dem Gelände in Steinwerder das Musical-Theater für den „König der Löwen".